Es gibt definitiv schönere Arten, ein Wochenende zu verbringen, als die Wohnung der verstorbenen Grossmutter zu räumen. Doch genau das steht Paul, dem Protagonisten in Agnes Siegenthalers Debütroman So nah, so hell, bevor. Zwar hat Paul eine Räumungsfirma beauftragt, doch er möchte die Sachen der Grossmutter selbst noch einmal durchsehen. Vielleicht findet sich ja noch ein Andenken.
Was Paul hier macht, tun vermutlich vielen Menschen. Jedenfalls wars bei mir so, als die Wohnung der Grossmutter geräumt werden musste. Man geht alles durch, mehr oder weniger sorgfältig. Vieles ist einfach Ramsch: eine Armee angebrochener Kosmetikprodukte im Spiegelschrank, eine sehr umfassende Sammlung von Plastiksäcken, mehrere leicht angegammelte Fondue-Caquelons und eine riesige Kuckucksuhr. All das will niemand – auch die Uhr nicht, weil die seit eh und je falsch geht und der stündliche Kuckuck halt scho biz nervig ist.
Irgendwann findet man zwischen all dem Ramsch dann doch noch etwas, das man will. Und wenn man einmal etwas gefunden hat, findet man schnell weitere Sachen – plötzlich ist man froh, einen der vielen Plastiksäcke zur Hand zu haben.