Oh du fröhliche, besinnliche Weihnachtszeit. Bei wem Weihnachten tatsächlich nur besinnlich und fröhlich ist, der werfe den ersten Stein. Familienfeste, besonders jene zum Jahresende, können bekanntlich auch brandgefährlich sein. So könnten die brennenden Kerzen am Baum vergessen und die schon etwas angetrockneten Tannennadeln zu lodern beginnen, worauf das Feuer dann auf den ganzen Baum, die Vorhänge und den Teppich übergehen könnte, bis das ganze Haus in Flammen stünde – ich han es Zündhölzli azündt.
Passiert allerdings doch eher selten. Gefährlich sind vielmehr die Gesprächsthemen, an denen sich die angeheiterten Gemüter reiben und so für eine potenziell explosive Stimmung über der Weihnachtsgans sorgen könnten. Stoff gäbe es genug, auch dieses Jahr: von Wirtschaft und Politik (Zölle, Klimakatastrophen, Kriege – von der Ukraine über Gaza bis in den Sudan) über Lokalpolitisches (Sparpakete, Citycards, Kopftücher und Autobahnanschlüsse) oder der Tatsache, dass es die Schweiz grad nochmals so geschafft hat, Frauenleben nicht unter jene von Schafen zu stellen, bis zu den toxischen Verhaltensweisen irgendwelcher egomanischer Despoten ausserhalb der Landesgrenzen.
Ein potenzielles Fettnäpfchen folgt aufs nächste. Aber 2025 gab es auch Gutes: die Frauen-EM, die erste Frau Landamann, Chatleaks, ein kleineres Ozonloch, Jodeln als Kulturerbe oder der Fortschritt im EU-Parlament bezüglich der Abtreibungsrechte von Frauen. Es geht nur allzu oft unter, neben all dem Müll.
Und das Schöne an Weihnachten ist ja auch, dass kurz darauf das alte Jahr verabschiedet werden kann und ein neues vor der Tür steht. Und das lädt zum Träumen ein. Oder zumindest dazu, sich (wieder einmal) gute Vorsätze zu machen: Endlich Sport machen – ja, einen Marathon laufen! Viel gesünder Essen, ja vielleicht sogar mal fasten oder mit allem brechen, durchbrennen, sich fallen lassen, Hals über Kopf verlieben, Revolution. Auf ein Neues! Und frohe Festtage, liebe Leser:innen, wir danken herzlichst für den Support!