Manchmal tauchen sie einfach auf, die grossen Lebensfragen. Wie aus dem Nichts. Vielleicht liegt es an der Zeitumstellung. Oder an der Frühlingsmüdigkeit, die sich bei der globalpolitischen Grosswetterlage dieses Jahr besonders gründlich einstellt.
Warum ist die Erde krumm? Weshalb heisst ein Bundesordner Bundesordner? Und sind wir Schweizer:innen wirklich das einzige Volk auf Erden, das nach dem Schneuzen im Nastuch nachschaut, ob sich nicht doch noch irgendwo im frischen Rotz etwas illegal Zugewandertes versteckt hält?
Herzig ist sie ja, diese kindliche Neugier, diese fast schon wissenschaftliche Faszination für das Unsäuberliche. Die schweizerische Eigenheit passt gut zur aktuellen Reaktion des Bundesrats auf die wirtschaftspolitische Kampfansage aus Trumpistan. Spannend, wie sich der Zollhammer direkt auf die weltweiten Börsen und auch den SMI niederschlägt, wirklich interessant, müssen wir mal von der ETH oder der HSG untersuchen lassen, ein Nationalfondsprojektli starten, vielleicht ein Kommissiönli gründen, oder eine IG. Und weiterhin: Gute Dienste anbieten und abkassieren.
Aber auf dem Politparkett bitte jetzt nichts überstürzen, schon gar keinen diplomatischen Eklat mit dem geopolitisch wütenden Bison riskieren! Besser die Scherben, die the US of A derzeit zerschlagen, zusammenkehren und feinsäuberlich unter den Teppich kehren. Lieber in gutem altem Swenglish weiterstammeln und kritischen Fragen ausweichen, wies Maurer seinerzeit vorgemacht hat («Ai kän not... nossing sej tu dät ischuu.») So geht Bundesordnung. Lieber gar nicht davon reden, es ist doch jetzt so schön Frühling und die Erde wird auch nicht krümmer, nur weil die Banane im Weissen Haus immer dümmer wird.