Es gibt solche und solche Männer. Die guten, die faszinieren oder ihre Talente zum Wohl der Gesellschaft einsetzen. Und dann gibt es noch die anderen – derzeit vermehren sie sich wie Fruchtfliegen in einer offenen Saftflasche –, die solidarische Werte, Moral und die halbe Welt mit Füssen treten, nur um ihr Ego aufzupolieren. Beispiele dafür finden sich jeden Tag, in jeder Zeitung, auf fast jeder Seite. Denn es sind oft Despoten, Machthaber in irgendeiner Form.
Es ist oft auch die Art von Männern, die Gewalt gegen ihre (Ex-)Partnerinnen anwenden, weil ihnen deren Verhalten missfällt. Gemäss aktuellen Zahlen der Vereinten Nationen sind weltweit rund 840 Millionen Frauen von häuslicher Gewalt betroffen. Alle zehn Minuten wird eine Frau oder ein Mädchen von ihrer Familie oder durch ihren (Ex-)Partner getötet. Im vergangenen Jahr starben weltweit rund 80'000 Frauen und Mädchen durch Femizide – der gezielten Tötung von Frauen durch Männer.
In der Schweiz sind mehr als die Hälfte aller Tötungsopfer weiblich – gemessen an der Bevölkerungszahl nimmt die Schweiz damit im europäischen Vergleich eine unrühmliche Position an der Spitze ein. Weltweit gehen die Zahlen der Gewalt gegen Frauen kaum zurück, und auch in der Schweiz sterben seit über 30 Jahren jährlich ähnlich viele Frauen durch männliche Gewalt. 2025 wurden in der Schweiz bisher 20 Frauen von Männern getötet. Zwei dieser Femizide ereigneten sich in der Ostschweiz. Am 2. April wurde in Münchwilen eine 47-jährige Frau getötet, am 25. August in Rorschach eine 42-jährige. In Heerbrugg überlebte im April eine Frau nur knapp einen versuchten Femizid.
Am vergangenen Dienstag, dem internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen, startete die jährliche Kampagne «16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen». Das Datum geht zurück auf drei Schwestern, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik ermordet wurden, weil sie sich gegen den Diktator Rafael Trujillo stellten und seinem rassistischen und machistischem Regime die Stirn boten. Bis heute finden rund um das Datum Aktionen statt, die auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen. Auch in St.Gallen.
Also, liebe Leserinnen – und insbesondere liebe Leser: Leistet Widerstand! Gegen Gewalt an Frauen. Sprecht miteinander, sensibilisiert eure Freunde und Arbeitskollegen, eure Väter, Onkel und Söhne, damit mehr gute Männer Gutes tun und weniger Fruchtfliegen die Welt drangsalieren.