Saiten Wochenschau
 

Wo sind die Grenzen der Meinungsfreiheit? Und soll man jene Ideen, welche die grundlegendsten Werte unserer Gesellschaft verachten und unsere Demokratie bedrohen, öffentlich diskutieren oder bewusst ignorieren? Seit bekannt wurde, dass der rechtsextremistische US-Blogger Curtis Yarvin diese Woche am Symposium an der Universität St.Gallen auftreten sollte, dominierten solche Fragen das St.Galler Stadtgespräch. Yarvin ist zweifellos die umstrittenste Figur, die je eingeladen wurde. In seiner Theorie des «Neokameralismus» fordert er die Abschaffung der Demokratie und propagiert von alleinherrschenden CEOs geführte Staaten.

Die Verantwortlichen des Symposiums und der HSG rechtfertigen die Einladung. «Ideologisch einflussreiche Stimmen verlieren nicht durch Ausblendung an Wirkung, sondern durch fundierten Widerspruch», sagte Symposium-CEO Beat Ulrich im «St.Galler Tagblatt». Mitarbeitende und Student:innen der Universität St.Gallen kritisierten sie derweil in einem offenen Brief in aller Deutlichkeit. Yarvins extreme Ansichten lägen «ausserhalb des akzeptablen Diskurses».

Unser Autor Philipp Bürkler hat Yarvins Auftritte an der HSG besucht und hatte auch die Gelegenheit, mit ihm persönlich zu sprechen. Er kommt zum Schluss: Trotz aller berechtigten Kritik war die Einladung richtig. Denn die Haltungen, die rechte Ideologen wie Yarvin, Peter Thiel oder Alice Weidel vertreten, seien längst Teil des politischen Diskurses. Die Auseinandersetzung damit sei deshalb wichtig. Philipp Bürklers Einordnung findet ihr weiter unten.

Wir nehmen diesen Diskurs gerne auf: Was ist eure Meinung? War es richtig, Yarvin ans Symposium einzuladen, um seine Positionen argumentativ zu entkräften, oder sollten Vertreter:innen solcher Ideologien grundsätzlich keine öffentliche Bühne bekommen, schon gar nicht an einer Universität? Schreibt uns auf redaktion@saiten.ch.

Schönes Wochenende!

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SAITEN EMPFIEHLT

Sa. 9.5.26 20:00 Uhr
Karl Kave & Durian (Plattentaufe)

Nach ihrem letzten Album Wiener Linien begeben sich Karl Kave & Durian noch weiter in den Osten und finden sich in der serbischen Hauptstadt Belgrad wieder, wo sie ihr frisch erschienenes Album Zauberberg aufgenommen haben. Es handelt von einer älteren Frau, die im Sterben liegt und sich im Modus des Ablebens in der Nostalgie verfängt, Sorgen über einen brodelnden Erbschaftsstreit ihrer Kinder macht und die Zeit seit der Pensionierung zurückspult. Die grossen Themen sind es, die dieses Album durchziehen und wie Personen zur Frau und auch zu den Hörer:innen sprechen. Das Ganze ist gespickt mit zeitlichen und örtlichen Referenzen in Text und Bild und es wären nicht Karl Kave & Durian, wenn die starke Verbindung zur jeweiligen Stadt, die die Musik inspiriert hat, nicht offengelegt werden würde. In Belgrad haben sie nämlich auch einen Film gedreht, der die Geschichte des Albums aufgreift und neu erzählt. Welch Freude also, kann das Palace an diesem Abend in all dessen möglichen Formen brillieren und vor dem Konzert auch den Film als Einstieg und Kontext zeigen. Im Anschluss gibt es ein Live-Techno-Set von Tayphoon und davor und dazwischen Musik von DJ Jubia3000 selektiert.

Hier geht es zur Besprechung von Wiener Linien von Jeremias Heppeler.

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Die Wochenschau von Saiten erscheint immer freitags. Sie bietet einen Überblick der aktuellsten Texte auf saiten.ch und enthält drei Tipps fürs freudige Wochenende.

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