Heute ist der 9. Januar. Schon der 9., könnte man sagen, denn gefühlt vorgestern haben wir auf das neue Jahr angestossen. Erst der 9., muss man hingegen sagen, wenn man sich vergegenwärtigt, was allein in diesen achteinhalb Tagen auf der Welt passiert ist. Von der Brandkatastrophe in Crans-Montana über die Proteste im Iran bis zum täglichen Wahnsinn aus Trumpistan: Angriff auf Venezuela und die Gefangennahme von Nicolás Maduro, die Drohungen gegenüber Kolumbien und Kuba, die Annexionspläne für Grönland, die Erschiessung einer 37-jährigen US-Bürgerin durch die Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis, die Anordnung des Ausstiegs aus 66 internationalen Organisationen zum Klimaschutz oder der Friedensförderung. Ganz zu schweigen von all den Konflikten und humanitären Krisen, die schon lange dauern, etwa in der Ukraine, im Sudan oder in Gaza.
«I think all our society is run by insane people for insane objectives», sagte John Lennon 1968. Die Aussage ist heute so aktuell damals. Völkerrecht wird mit Füssen getreten, es gilt das Recht des Stärkeren. Kein Wunder, fällte es vielen – auch uns – manchmal schwer, optimistisch in die Zukunft zu schauen ob all des Wahnsinns, der uns täglich umgibt.
Wir werden auch künftig zusammenstehen müssen, vielleicht mehr denn je. Es wird Brandmauern brauchen gegen Angriffe auf die Demokratie und Menschenrechte. Nicht nur im Ausland, sondern auch hier, in der Schweiz. Dafür braucht es uns alle.
Zusammenstehen ist auch an diesem 9. Januar wichtig: Heute ist der nationale Trauertag für die Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana. Um 14 Uhr läuten in der ganzen Schweiz die Glocken, dazu gibt es eine Schweigeminute – zum Gedenken an alle Todesopfer, als Zeichen der Verbundenheit mit den Verletzten und deren Angehörigen, zum Dank an alle Helfer:innen In St.Gallen kann man sich auf dem Klosterplatz versammeln. Und selbst wenn man zu Hause oder im Büro innehält: Ein solcher Akt der Solidarität ist wichtig. Er bringt uns näher zusammen. Er zeigt uns, dass Menschlichkeit die Gesellschaft zusammenhält, über alle ideologischen Grenzen hinweg.
Wir werden weiterhin dafür einstehen, dass die Welt gerechter und sozialer wird, angefangen bei unserem Mikrokosmos. Wir lassen uns den Glauben nicht nehmen, etwas bewegen zu können. Wir glauben an Lennons Imagine. Es gewinnt nicht immer der Stärkere. Danke, dass ihr an unserer Seite seid.