Während tausende von Kilometern entfernt Populisten weiterhin Gebiete annektieren und Leben zerbomben, schaut die Welt apathisch zu. Schlimmer noch, sie schaut aktiv weg: Dank Donald und Xi fehlen der UNO die Gelder, diverse wichtige Abteilungen wie die WHO sowie zahlreiche Hilfs- und Entwicklungsprogramme sollen gemäss dem Reformprojekt «UNO 80» eingestampft werden. Wer braucht schon internationalen Zusammenhalt, weniger Malaria, mehr Frieden und lebende Kinder. Eben, first world problems.
Auch in der Schweiz scheinen einige Politiker:innen nicht so viel Wert auf fröhliche Kinder und Zusammenhalt zu legen, soll es doch der Pfadi an den Kragen gehen. Diese wird wohl im Rahmen des Entlastungspakets 27 von Kürzungen betroffen sein. Die Vernehmlassung des Sparpakets hat kürzlich geendet. Neben den Kürzungen bei der Jugendförderung plant der Bund auch Partnerschaften mit wichtigen kulturellen Institutionen wie dem Locarno Film Festival oder dem MICR in Genf aufzulösen und auf das Auslandsangebot der SRG zu verzichten. Und wie Donald scheinen hier einige «Schnürer:innen» dieses Pakets nicht viel zu geben auf Gesundheit und Frieden, soll auch hierzulande zusätzlich in der Forschung und in der Bildung gespart werden. Hauptsache, es gibt bald neue Kampfjets, oder?
Diese könnte man ja, würden sie gerade nicht aktiv verwendet werden – merksch öpis? – als kulturelles Wahrzeichen auf dem Marktplatz in St.Gallen aufbauen, damit könnte sich die Gallusstadt auch endlich von anderen Städten wie Zürich abheben. Denn die «Imprägnierung gegen das Ausserordentliche» und damit auch die herrschende «Stimmung des Mittelmasses» seien Teil der grossen Probleme der Stadt, sagte Konrad Hummler diese Woche gegenüber der NZZ. First world problem?
Ausserordentliches ist derweil in Appenzell Innerrhoden geschehen, wo mit Angela Koller zum ersten Mal eine Frau Landamann gewählt und damit Geschichte geschrieben wurde – 2025! First world problem oder deren Lösung?