In der Ausstellung im Kulturmuseum hängt ein Foto der «Centralgarage» am Unteren Graben in St.Gallen aus dem Jahr 1955. Nahtlos integriert sich die Tankstelle in die Architektur des Gebäudes. Deckenleuchten strahlen auf die darunterliegenden Zapfsäulen, neben denen drei Fahrzeuge parken.
Die zeitlose und melancholische Atmosphäre der Fotografie erinnert an Edward Hoppers Gemälde Gas. Wie bei Hopper entsteht auch hier ein Kontrast zwischen dem künstlichen Licht der Tankstelle und der umgebenden Dämmerung. Beide Inszenierungen vermitteln Ruhe und vielleicht auch ein bisschen Einsamkeit.
Aber nicht nur in der Kunst, auch in der Popkultur haben Tankstellen oft eine besondere Bedeutung: als Treffpunkte für Aussenseiter:innen, als letzte Station vor dem Unbekannten, als Ort, an dem sich Geschichten kreuzen und Menschen für einen kurzen Moment aus ihrem Alltag herausbrechen. So fungiert die Tankstelle in No Country for Old Men als beklemmender Ort der Zufälligkeit und Bedrohung. In Into the Wild markieren die Tankstellen verschiedene Etappen, die letztlich zum Ausstieg aus der Gesellschaft führen.
In unserem tatsächlichen Alltag sind Tankstellen jedoch Orte, die kaum jemand bewusst wahrnimmt. Sie sind Mittel zum Zweck, Zwischenstationen auf dem Weg von A nach B.