Wir lieben ja unsere Saiten-Headquarters in der Hauptpost. Aber wenn die Temperaturen steigen und uns die Hitze im Dachstock das Oberstübchen durchgart, denken wir uns mit den wenigen noch aktiven Hirnzellen neidisch in die modernen Büroneubauten, in denen die Hitze ausgesperrt bleibt. Etwa bei den Olma-Messen. Da sitzen die Mitarbeiter:innen in den klimatisierten Büros der Halle 1, St.Galler-Kantonalbank-Halle genannt. Und ihre Pausen verbringen sie auf den liebevoll gestalteten Grünflächen rund um die … ach so, die wurden, äh, vergessen.
Weil ihm der Aussenraum, der einst als «hochwertiger öffentlicher Stadtraum» angekündigt worden war, zu grau ist, hat Christian Huber von den Grünen am Dienstag im Stadtparlament einen Vorstoss dazu eingereicht. Er erinnerte daran, dass in den Projektunterlagen und auf der Website der Vorplatz als «attraktiv gestaltet mit vielen Bäumen und Sitzstufen» beschrieben wurde, gar von einer «grossen Treppenanlage mit Brunnen» war die Rede. Auch die Dachbegrünung lässt auf sich warten.
Nun, vermutlich beschäftigt die Olma-Verantwortlichen schlichtweg mehr die Auslastung der Halle als die Ausgestaltung des Aussenraums. Was träumten damals alle von den Möglichkeiten der neuen Halle. Konzerte von internationalen Superstars! Tennisturniere und andere Sportveranstaltungen! Ja sogar um den ESC wollte man sich nach dem Sieg von Nemo bewerben, ehe auch Christine Bolt und Co. gedämmert haben dürfte, dass sich die Halle zwar für Messen und Veranstaltungen wie das Schlagerfestival eignet, aber für richtige Grossanlässe doch nicht genügt.
Möglicherweise ist es aber auch kein Zufall, dass das Areal rund um die Halle bis heute eine Betonwüste ist. Ebenfalls am Dienstag hat das Stadtparlament einem Kredit für eine Machbarkeitsstudie für einen Neubau des VBSG-Depots zugestimmt, keine drei Jahre nach dem Abbruch der millionenteuren Planung für das neue Depot an der Zürcher Strasse/Rechenstrasse. Nachdem die Stadt (und der Kanton) vor vier Jahren viel Haue fürs Abschreiben ihrer Olma-Darlehen von knapp 8,5 Millionen Franken bekommen hatte, könnte sie den Olma-Messen nun auf andere Weise unter die klammen Arme greifen: die Halle 1, die bloss einen Steinwurf beziehungsweise eine Haltestelle vom heutigen Depot entfernt ist, als Dauerparkplatz für die VBSG-Busse mieten. Die Oberleitungen ein paar Meter verlängern, die Velo- und Fussgänger:innen-Rampen für die Busse etwas verbreitern, fertig. Das Depotproblem wäre gelöst, und die asphaltierten Flächen rund um die Halle würden auch wieder Sinn machen. Nur diesmal bei der Planung einen kühlen Kopf bewahren!