Am Samstag fand im Konzert und Theater St.Gallen die einzige Aufführung von Milo Raus Medeas Children statt. Auf der Bühne: ein Erwachsener und sechs Kinder zwischen acht und 14 Jahren. Auf dem Spielplan: Mord. Und zwar nicht angedeutet, sondern explizit – grausam, blutig, brutal. Das Stück ist erst ab 16 zugelassen, und zwar aus gutem Grund.
Und ja, Kunst darf grundsätzlich vieles. Aber nicht alles. Und nur weil etwas gut ist, ist es noch nicht automatisch vertretbar. Medeas Children ist richtig gut, aber eben auch richtig problematisch.
Denn auch wenn das Stück konstant vermittelt, dass die Kinder völlig glücklich mit dem Morden auf der Bühne waren, darf man das Ganze schon hinterfragen. Muss es sogar hinterfragen. Sollte es nämlich auch nur eine winzig kleine Chance geben, dass das Morden eben doch nicht so spurlos an den Kindern vorbeigehen könnte, ist es halt einfach überhaupt nicht okay. Weil es eben um Kinder geht.
Und dann sollte man auch nicht klatschen, selbst wenns gut war, sondern einfach gehen – wobei auch das sicher nicht gut für die Psyche der Kinder wäre. Aber wenn man sich darum schon Sorgen macht, ist es halt echt schräg, wenn man das mit der Gewalt voll okay findet.