Queere Geschichten pendeln im Kino oft zwischen triefendem Regenbogenkitsch und dem nächsten Elendsdrama. Quir – A Palermo Love Story von Nicola Bellucci ist da eine wohltuende Abwechslung. Ein Dokumentarfilm über Menschen, nicht über Opfer. Kein Exotismus, keine pädagogische Keule – stattdessen ein klares Statement: Massimo Milani im pinken Fellmantel, der sich wie ein trotziges Ausrufezeichen auf die patriarchale Piazza stellt.
Und während Massimo Milani gegen die Diskriminierung anschreit, mit der queere Menschen täglich konfrontiert werden, haut J.K. Rowling anderswo ihre querfeindlichen Parolen unter dem Deckmantel von Kinderschutz und Frauenrechten in die Welt hinaus.
Dahinter steckt, wie so oft, das altbekannte Gift: die Angst vor dem Anderen, vor allem, was der normativen Komfortzone widerspricht.
In einer offenen Gesellschaft braucht es weniger Raum für Diskriminierung, dafür umso mehr für verschiedenen Lebensrealitäten. Das ist dann auch keine «Woke-Agenda», sondern einfach das Minimum an Respekt und Menschlichkeit.