Saiten Wochenschau

Wir hoffen, ihr seid glücklich. Schliesslich ist heute der Weltglückstag. Und das führt uns direkt zur Frage: Was macht uns überhaupt glücklich (oder eben nicht)?

Gemäss dem jährlich erscheinenden Weltglücksbericht der UNO ist Finnland das glücklichste Land der Welt – zum neunten Mal in Folge – und damit in guter nachbarschaftlicher Gesellschaft: Island, Dänemark, Schweden und Norwegen folgen dicht dahinter. Einzig Costa Rica auf Platz 4 durchbricht die nordische Phalanx. Die Schweiz hat es zurück in die Top Ten geschafft. Und doch scheint das Glück hierzulande brüchig zu sein: Vor fünf Jahren lag die Schweiz noch auf Rang 4, dann fiel sie bis auf Platz 13 zurück. 2015 führten wir das Glücksranking sogar an.

Oft ist es schwierig zu benennen, warum wir als Individuen glücklich sind oder was uns langfristig glücklich macht. Das gilt erst recht für uns als Kollektiv, als Gesellschaft. Und vor allem: Wie misst man Glück? Wie fasst man ein subjektives Empfinden zu einem gemeinschaftlichen Gefühl zusammen?

Das Glück der nordischen Länder fusst gemäss der Studie unter anderem darauf, dass sie einen grossen Wohlstand haben, diesen aber auch gerecht verteilen. Ein starkes soziales Netz, das Vertrauen ineinander und in den Staat tragen weiter dazu bei. Die Finn:innen seien nicht getrieben davon, nach mehr (Glück) zu streben, sondern seien dankbar für das, was sie hätten. Das helfe ihnen, die kleinen Dinge im Leben zu schätzen. Offenbar bewahrheitet sich also die Binsenweisheit, dass das Glück im Kleinen liegt.

Man kann es aber wohl auch so sagen: Wir sind glücklicher, wenn wir zusammenstehen für die Werte, die uns als Gesellschaft stark machen: Respekt, Nächstenliebe, Solidarität, die Wahrung der Demokratie. Sie sind die Basis unseres sozialen Kitts. Insofern ist es erfreulich, dass sich gestern Abend mehrere hundert Menschen in St.Gallen versammelt haben, um ein Zeichen gegen die zunehmenden Angriffe von rechts auf ebendiese Werte zu setzen. Einen Bericht dazu findet ihr weiter unten.

Glücklichsein ist vielleicht also auch eine Entscheidung. Doch genug aus der pseudophilosophischen Saiten-Küche. Wir wünschen euch einen glücklichen Weltglückstag!

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