Als Gesellschaft haben wir eine bestimmte Vorstellung davon, was richtig und was falsch ist. Davon, was wir als «normal» betrachten, und davon, was ein gutes Leben beinhalten soll. Das Theater kann, ja muss, ebenso wie etwa Kunst oder Literatur, diese Werte und Normen festigen – genauso aber auch hinterfragen, kritisieren, sprengen.
Letzteres macht das aktuelle Stück Orlando* der St.Galler Theaterkompanie Rohstoff. Die zeitgenössische Adaption von Virginia Woolfs fast gleichnamigem Roman beleuchtet unsere Geschlechterordnung und zeigt, wie einfach sich diese auflösen lässt. Saiten war an der Premiere im Januar dabei, demnächst ist das Stück in der Kellerbühne St.Gallen zu sehen.
Mit Geschlechterrollen befasst sich auch die amerikanische Künstlerin Eleanor Antin. Das Kunstmuseum Liechtenstein zeigt eine Retrospektive über das rund 60-jährige Schaffen der feministischen Vorreiterin. Keine 60 Jahre, aber immerhin deren 40 ist Guido R. von Stürler künstlerisch aktiv. Die Kunsthalle in Wil zeigt in «Zwischen den Systemen – Kunst im vernetzten Jetzt» seine bisherigen Arbeiten.