Ab dem 22. März tourt das Komiktheater mit Entdecken/Verstecken durch die Ostschweiz. Und schnell wird klar: Theater findet nicht nur im Theater statt.
Ob etwas als Theater wahrgenommen wird, entscheiden die, die zuschauen. Ist es das schreibende Kind im Bus, die politische Rede in Regierungssaal oder das schmerzverzehrte Gesicht auf dem Fussballplatz? Hin und wieder werden wir alle zu Schauspieler:innen und jeder Ort kann Bühne sein.
Ein Unterschied zwischen dem «Kunsttheater» und dem Theater des Alltags liegt darin, dass die Handlung im Kunsttheater in sich abgeschlossen ist: Irgendwann fällt der Vorhang, die Inszenierung ist vorbei. Das Theater des Alltags dagegen endet nicht einfach mit dem Fall eines Vorhangs, sondern hat weiterführende Konsequenzen für das Leben von Menschen.
Das ist vor allem dann problematisch, wenn theatralisches Getue dazu dient, sich vor Verantwortung zu drücken oder einen Vorteil zu verschaffen. Wenn grosse Gesten, leere Versprechen oder inszenierte Empörung als Ablenkung dienen.
Und genau dann dürfte der Applaus auch mal ausbleiben.