Die Woche begann mit Nachrichten zur schrecklichen Amoktat in Aarau. Dabei starb eine junge Frau, sechs weitere Personen wurden verletzt. Warum der Täter die friedliche Party auf der Pferderennbahn in Aarau stürmte und scheinbar wahllos in die Menge schoss, ist noch immer nicht geklärt. Klar ist hingegen die Identität des mutmasslichen Schützen. Und dass er gemäss der Aargauer Kantonspolizei «keinen Migrationshintergrund» hat. Wieso die Polizei diese Information für wichtig hält, lässt sie an dieser Stelle offen.
Auf seiner Webseite definiert der Kanton St.Gallen Migrationshintergrund wie folgt: «‹Bevölkerung ohne Migrationshintergrund› umfasst alle gebürtigen Schweizer:innen. Darunter gibt es auch Personen, deren Eltern im Ausland geboren sind … Zur ‹Bevölkerung mit Migrationshintergrund› werden auch in der Schweiz geborene und später eingebürgerte Personen gezählt, deren Eltern ebenfalls in der Schweiz geboren wurden oder der dritten und höheren Einwanderungsgeneration angehören.»
Ob all jene, die versuchen, mit «Migrationshintergrund» Sachverhalte zu begründen, dann nicht vielleicht selbst einen haben? Da wäre zum Beispiel die Organisation Junge Tat, die nicht nur in der Ostschweiz ihr Unwesen treibt und gerne die abgründigen Theorien des österreichischen Chefremigrateurs Martin Sellner postuliert. Da würden Grosseltern oder gar Eltern mit nicht schweizerischem Geburtsort ja sicher nicht goutiert werden.
Gegen sechs Mitglieder der Jungen Tat startete gestern ein Prozess am Bezirksgericht Zürich. Verhandelt werden Aktionen zwischen 2022 und 2024 in Zürich, Basel, Winterthur und St. Gallen. Es geht um Diskriminierung und Aufruf zu Hass, Störung der Glaubensfreiheit, Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und weitere Vorwürfe. Unter den Angeklagten sind der Winterthurer Manuel Corchia sowie Tobias Lingg, die beiden Anführer der Bande.
Nun denn, lässt sich nur hoffen, dass die St.Galler Grünen mit ihrer heute lancierten Petition, St.Gallen am Europäischen Nachtzugnetz angeschlossen zu lassen, durchkommen. Dann könnte man Bildungsreisen organisieren für alle, die es nötig haben, und allgemein für etwas mehr Durchmischung sorgen – von Winterthur, St.Gallen oder Wien nach Budapest, Ljubljana oder Zagreb.