Saiten Wochenschau

Der Frühling dringt dieser Tage unbarmherzig durch sämtliche Hauptpostritzen bis tief in die Redaktionsstube hinein. Kein Entrinnen vor der ganzen Strahlerei, keine meteorologischen Ausreden mehr, dank derer man sich bisher so wunderbar vor etwas körperlicher Ertüchtigung im Freien drücken könnte. Der nächste Badesommer kommt bestimmt. Doch die St.Galler Sportwelt steht trotzdem still.


Das hat seine Gründe, und diese liegen vor allem im Westen der Stadt – respektive unter der Erde in Balgach: Zuerst stirbt mit AFG-Patron Edgar Oehler der grösste FCSG-Investor. Dann wird bekannt, dass derselbe Club seinem aktuellen Stadionnamensgeber Kybun per 2026 definitiv in die Gesundheitsschuhe blasen kann. Und zu unguter Letzt ziehen Stadt und Kanton dem sogenannten «Magglingen der Ostschweiz», einer neu geplanten, grossen Sportanlage im Gründenmoos, den Finanzstecker. Was bleibt einem da noch, fragen sich die Gallenstädter:innen zu Recht? Immerhin: Parkhäuser und Bratwurst – das können wir, im Schlaf und bis in alle Ewigkeit.


Aber es gibt auch Hoffnungsschimmer aus der Sportecke: Dem nationalen Pferdesportzentrum im Breitfeld hat bislang noch niemand den Stecker gezogen. Wir wiehern erleichtert auf. Und als kleine Wiedergutmachung fürs vorläufige Beerdigen feuchter Sportakademieträume hat die Direktion Bildung und Sport an drei Standorten in der Stadt sogenannte Sportboxen aufgestellt, also Kästen mit je sechs Schliessfächern, aus denen man gratis per App Sportutensilien wie Pingpongschläger, Bälle oder KanJam ausleihen kann. Damit lässt sich zwar weder ein Millioneninvestor, noch ein Millionensponsor und schon gar kein Millionenprestigeprojekt kompensieren. Aber wenigstens haben da alle was davon, die ein Handy haben. Wer keins hat, darf auch einfach ein bisschen gegen den Metallrahmen boxen und ginggen. Aber vorher bitte die Schuhe aus!


Und wenn ihr euch jetzt fragt, was zum Geier eigentlich «KanJam» ist: Wir haben keinen blassen Schimmer. Haben auch grad keine Zeit zum googeln, sorry. Müssen jetzt dringend raus, Bikinifigur und so.

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SAITEN EMPFIEHLT

Sa. 22.3.25 10:00 Uhr
Fair Play Fussballturnier gegen Rassismus

Zehn "internationale" Fussballteams aus der Stadt und Umgebung St.Gallen kämpfen um den begehrten "Fair-Play-Pokal" und setzen damit ein Zeichen gegen Rassismus. Im Rahmen der Aktionstage gegen Rassismus finden in St.Gallen aber auch diverse weitere Veranstaltungen zum Thema statt. Das Programm, an dem sich zahlreiche Veranstalter:innen und Projekträger:innen beteiligt haben, dauert noch bis zum 23. März.

Hier gibt es weitere Infos: sg.ch

Sa. 22.3.25 20:00 Uhr
Lilly Martin & Band

Die gebürtige New Yorkerin stammt aus einer kubanischen Musikerfamilie und ist im Künstlerviertel Greenwich Village aufgewachsen. Sie hat in der Schweiz ihre zweite Heimat gefunden und prägt seit Jahren die hiesige Bluesszene mit. Ihr urbaner Blues und Soul ist von der musikalischen Vielfalt ihrer Herkunft geprägt. Ihre packende Bühnenpräsenz macht sie zum gern gesehenen Gast an renommierten Blues- und Jazzfestivals. Gleichzeitig ist Lilly Martin sind die Inhalte Ihrer Songs wichtig, sie besitzt eine der seelenvollsten Bluesstimmen der Schweiz und ist Gewinnerin des Swiss Blues Award 2020. Man glaubt sich in einem Soul-Club in Memphis, in einem Blues-Keller in Chicago: Auf der Bühne eine Band, die groovt, kein Firlefanz, aber grundsolides Handwerk mit starken Akzenten.

So. 23.3.25 19:00 Uhr
Macbeth

Eine Prophezeiung verspricht Macbeth eine ruhmreiche Zukunft: Er soll König von Schottland werden. Dies löst bei Macbeth und seiner Lady eine unstillbare Gier nach Macht aus. Lady Macbeth drängt ihren Mann dazu, das Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Doch das Herrscherpaar wird von Schuld gebeutelt, verfällt dem Wahnsinn und wird schliesslich Opfer seines eigenen Ehrgeizes. Mit Shakespeares düsterer Tragödie wählte Verdi eine Vorlage, die für die Opernpraxis der Zeit gewagt war. Doch es entstand eine fesselnde Oper, die den Umgang mit Schuld erforscht und eine gnadenlose Verkettung von Gewalt, Terror, Paranoia und schliesslich Wahnsinn aufzeigt. Krystian Lada, der zuletzt die mit dem "Oper! Award" ausgezeichnete Uraufführung Lili Elbe inszenierte, setzt sich in seiner Inszenierung von Macbeth mit der Frage auseinander, wie der Mensch Entscheidungen fällt und was die Konsequenzen von Ehrgeiz und Machthunger sind.

Hier gehts zur Saiten-Besprechung: Schurkenherrschaft

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Die Wochenschau von Saiten erscheint immer freitags. Sie bietet einen Überblick der aktuellsten Texte auf saiten.ch und enthält drei Tipps fürs freudige Wochenende.

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