Geht es nach Emmanuel Macron, sollen sich die Präsidenten Putin und Selenskyj zu Friedensverhandlungen treffen, am besten in der Schweiz. In Genf, logisch. Aber warum eigentlich? Klar, das Rote Kreuz, die UNO, Ärzte ohne Grenzen, die WHO, das WEF und die WOSM (die Weltpfadfinderorganisation), sie alle kämpfen für Gerechtigkeit oder so. Aber warum nicht mal in die Ostschweiz, um über Frieden zu verhandeln? Gibt es friedlichere, beschaulichere Orte?
Schliesslich gäbe es auch hier, in der Stadt St.Gallen, wichtige Organisationen, die sich für das Gute einsetzen: Den FCSG zum Beispiel, der sich dieses Jahr im Rahmen der Spiele der Frauen-EM im Kybunpark engagiert hat, oder die HSG, die bestimmt auch ein, zwei eher antikapitalistische und friedenstiftende Abgänger:innen hatte.
Noch friedlicher ist es natürlich abseits der Stadt St.Gallen: Das Appenzellerland eignet sich hervorragend für Wanderungen durch zauberhaftes Alpenpanorama im Postkartenstil – inklusive Seeli und Chüeli. Wie wärs also mit einem friedlichen Spaziergang um den Seealpsee? Herr Macron, stellen Sie sich das Picknick vor! Vor lauter Aussicht auf Gipfel würde dem Putin ganz schwindlig und der Selenskyj würde sowieso nichts verstehen, ginge Putins Gefasel doch vermutlich zwischen dem Gebimmel der Kuhglocken unter.
Übrigens: Wir haben mit der Stiftsbibliothek oder der Alpfahrt auch Weltkulturerbe zu bieten. Und nicht zu vergessen das Schwingen! Sounds like Swingen – ist aber was ganz anderes. Unterhosen spielen aber auch beim Schwingen eine grosse Rolle. Sie werden über die Hose gezogen, heissen im Fachjargon Zwilchhosen, benannt nach dem Stoff, und eignen sich gut zum Anpacken. So lässt sich dann das Gegenüber zu Boden werfen. Vielleicht wäre das den Friedensgesprächen förderlich? Ein bizeli wie Wrestling, boys will be boys, Ballast abwerfen – ja, wortwörtlich – statt Bomben, vielleicht müsste Putin einfach mal eine Handvoll Sägemehl fressen, um zu verstehen? Keine Sorge, Herr Macron, das Schwingen ist auch Weltkulturerbe und mega harmlos imfall. Nur ab und zu, da kugelt sich ein Mann einen Arm aus, wird dann aber von seinem Kontrahenten aus dem Ring getragen. Dann ist wieder Frieden.