Es kommt nicht alle Tage vor, dass einem Land kollektiv dermassen trümmlig ist wie derzeit der Schweiz, seit ihr Donald Trump den Zollhammer mit voller Kraft auf den Kopf geknallt hat. Ein Szenario, mit dem man trotz aller Gespräche und Verhandlungen in den vergangenen Monaten rechnen konnte oder musste, für das man aber weder vorher Gegenmittel entwarf noch jetzt ein Rezept hat. Für den Kanton St.Gallen, dessen Exporte zu rund einem Fünftel in die US of A gehen, natürlich ein schwerer Schlag. Kopfzerbrechen allenthalben, und die Schmerzen dürften noch lange andauern.
Interessant war neulich das Gespräch eines Elternpaars mit seinem Sohn darüber, ob die Welt nicht ein besserer Ort wäre, wenn es Geld gar nicht geben würde. Wenn man in einem Laden einfach mitnehmen könnte, was man zum Leben braucht, ohne dafür zu bezahlen. Wenn man arbeiten würde, ohne einen Lohn dafür zu bekommen. Wenn man sich in den Dienst der Gesellschaft stellen würde, ohne eine Gegenleistung dafür zu verlangen. So kindlich-naiv diese Vorstellungen auch sind, sie führen zu einem Punkt, an den man sich öfter besinnen sollte. Es ist uns allen zu wünschen, dass die Welt irgendwann an den Punkt kommt, an dem nicht Wirtschaftswachstum das oberste Ziel ist, sondern Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und die Achtung der planetaren Grenzen. Eine Welt, in der alle Menschen ein würdevolles Leben führen können, ohne Existenzängste.
Statt dem Zollhammer holen wir bei Saiten nach der (Semi-)Sommerpause den guten alten Zollstock wieder hervor. Mit diesem kann man wunderbar anderen auf die Finger hauen. Journalistisch tun wir das jedenfalls sehr gerne, wenn es Ungerechtigkeiten zu bestrafen gilt. Natürlich würden ihn gerne auch dem Orange-Utan in Washington oder dem Rhöstusaffen in Bern um die Ohren hauen, aber wir konzentrieren uns vorerst weiter auf all die Primaten in unserem Ostschweizer Mikrokosmos, die dazu beitragen, dass unsere Welt nicht ein besserer, sondern ein schlechterer Ort wird. Watch out