Saiten Wochenschau

Es kommt nicht alle Tage vor, dass einem Land kollektiv dermassen trümmlig ist wie derzeit der Schweiz, seit ihr Donald Trump den Zollhammer mit voller Kraft auf den Kopf geknallt hat. Ein Szenario, mit dem man trotz aller Gespräche und Verhandlungen in den vergangenen Monaten rechnen konnte oder musste, für das man aber weder vorher Gegenmittel entwarf noch jetzt ein Rezept hat. Für den Kanton St.Gallen, dessen Exporte zu rund einem Fünftel in die US of A gehen, natürlich ein schwerer Schlag. Kopfzerbrechen allenthalben, und die Schmerzen dürften noch lange andauern.

Interessant war neulich das Gespräch eines Elternpaars mit seinem Sohn darüber, ob die Welt nicht ein besserer Ort wäre, wenn es Geld gar nicht geben würde. Wenn man in einem Laden einfach mitnehmen könnte, was man zum Leben braucht, ohne dafür zu bezahlen. Wenn man arbeiten würde, ohne einen Lohn dafür zu bekommen. Wenn man sich in den Dienst der Gesellschaft stellen würde, ohne eine Gegenleistung dafür zu verlangen. So kindlich-naiv diese Vorstellungen auch sind, sie führen zu einem Punkt, an den man sich öfter besinnen sollte. Es ist uns allen zu wünschen, dass die Welt irgendwann an den Punkt kommt, an dem nicht Wirtschaftswachstum das oberste Ziel ist, sondern Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und die Achtung der planetaren Grenzen. Eine Welt, in der alle Menschen ein würdevolles Leben führen können, ohne Existenzängste.

Statt dem Zollhammer holen wir bei Saiten nach der (Semi-)Sommerpause den guten alten Zollstock wieder hervor. Mit diesem kann man wunderbar anderen auf die Finger hauen. Journalistisch tun wir das jedenfalls sehr gerne, wenn es Ungerechtigkeiten zu bestrafen gilt. Natürlich würden ihn gerne auch dem Orange-Utan in Washington oder dem Rhöstusaffen in Bern um die Ohren hauen, aber wir konzentrieren uns vorerst weiter auf all die Primaten in unserem Ostschweizer Mikrokosmos, die dazu beitragen, dass unsere Welt nicht ein besserer, sondern ein schlechterer Ort wird. Watch out

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SAITEN EMPFIEHLT

Fr. 8.8. und Sa. 9.8. 14:00—03:00
Sur le Lac Festival 

Man­che sa­gen, die Aus­sicht vom Sur le Lac über das Fes­ti­val­ge­län­de und die Baum­wip­fel auf den See sei ein­zig­ar­tig. So ein­zig­ar­tig, wie auch das Line-up. Je­des Jahr über­zeugt das klei­ne Fes­ti­val in Eg­gers­riet mit viel­fältigen, gut ku­ra­tier­ten Bands aus der Re­gi­on bis weit über die Welt­mee­re hin­aus. Heu­er ist am Fes­ti­val von star­kem psy­che­de­li­schem Rock von Worries And Other Plants oder hyp­no­tisch-noi­si­gem Pop von Elio Ric­ca – bei­de aus St.Gal­len –, über chao­ti­schen Hip-Hop von Black Fon­du aus London bis hin zu Jazz von der Hoch­zeits­ka­pel­le aus Bay­ern ei­ne gros­se Band­brei­te an Mu­sik­rich­tun­gen ver­tre­ten. Auch Fans düs­te­rer Mu­sik kom­men auf ih­re Kos­ten – bei­spiels­wei­se mit der St.Gal­ler Band The Sun Is A Gi­ant Mo­lo­tow – so­wie die­je­ni­gen, die Lust ha­ben, zu tan­zen. Tonya de­La­zy oder Sil­ver­wing­kil­ler ma­chen es mög­lich. Ob es an der Aus­sicht liegt oder am selbst­ge­mach­ten Zopf, den es auf dem Ge­län­de zu kau­fen gibt: So­gar In­ter­na­tio­nal Mu­sic, die nach ih­rer letz­ten Per­for­mance in Eg­gers­riet schein­bar ih­re Ga­ge an Schwei­zer Be­amt:in­nen ab­ge­ben muss­ten, be­eh­ren das Fes­ti­val er­neut.

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Die Wochenschau von Saiten erscheint immer freitags. Sie bietet einen Überblick der aktuellsten Texte auf saiten.ch und enthält drei Tipps fürs freudige Wochenende.

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