Jelabuga ist eine Kleinstadt in Russland und hat nicht ganz so viele Einwohner:innen wie St.Gallen. Im Norden der Stadt wurde eine Sonderwirtschaftszone eingerichtet: Diverse westliche Unternehmen haben hier Standorte aufgebaut. Seit dem Überfall auf die Ukraine haben sich aber viele wieder aus Jelabuga zurückgezogen, vor allem auch aufgrund der EU-Sanktionen, die dies verlangten. Nicht aus Jelabuga zurückgezogen hat sich hingegen die EMS-Chemie, die hier Materialen für den Unterbodenschutz von Autos produziert. Das berichtet die WOZ in ihrer gestrigen Ausgabe. Nur weil sich der EMS-Standort knapp ausserhalb der Sonderzone befindet, macht sich der Blocher-Clan nicht der Umgehung von Sanktionen schuldig.
Aber Bappe Blocher gehts ja bloss um die Wahrung der Neutralität und des immerwährenden Friedens für die Schweiz. Die zwei Milliönchen, die er in den Abstimmungskampf investiert und deren Höhe gemessen an seinem Vermögen im Promillebereich liegt, dienen einzig dem braven Schweizer Volk. Auch als sich Blocher damals 1983 die EMS-Gruppe unter den Nagel gerissen und sofort mit dem rassistischen und damals bereits weitgehend isolierten Apartheidregime in Südafrika Restüngsgeschäfte abgewickelt hat, ging es ihm lediglich um weisse Tauben und Arbeitsplätze und Wohlstand in der Schweiz. Auch die politische Bekämpfung der internationalen Sanktionen gegen Südafrika hatte rein gar nichts mit geschäftlichen Eigeninteressen zu tun.
Die Parallelen von damals und heute schreien so dermassen laut zum Himmel, dass man sich ernsthaft fragt, wie viel Evidenz die Flacherdler:innen und andere Verschwörungstheoretiker:innen eigentlich noch benötigen, um zu erkennen, dass die reale Verschwörung so unverblümt offen zu Tage liegt. Eliten kritisieren und dann doch SVP wählen – genau unser Humor.