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Das Kloster Wonnenstein bei Teufen sucht derzeit neue Pächter:innen. Es soll gemäss dem heutigen Eigentümer, einem Verein um ein paar Altherren der Bodania-Studentenverbindung der HSG, ein «Zentrum für Wohnen, gewerbliches Arbeiten und Spiritualität bleiben». Eigentlich hätten nach Wunsch der Bodanier und des St.Galler Bischofs Beat Grögli Ende Jahr die Schwestern von Maria Stella Matutina einziehen sollen, eine eher dubiose Gemeinschaft, der sektiererisches Treiben nachgesagt wird. Nach öffentlichem Druck hat man von dieser Idee rasch wieder Abstand genommen und die Nachfolgesuche jetzt auf weniger umstrittene Kreise ausgeweitet.
Öffentlicher Druck hat auch beim FC St.Gallen gewirkt. Der klägliche Versuch des SVP-, Thurgau- und Immobilienlobby-nahen Aktionärsgrüppleins um Roland Gutjahr und Patrick Thoma, den Verwaltungsrat nach seinem Gusto komplett umzukrempeln, ist grandios gescheitert. Matthias Hüppi, glorreicher Volkstribun und Klubpräsident mit grün-weissem Herz, legte am Mittwoch an einer Pressekonferenz einen souveränen, emotionalen und vordergründig sogar versöhnlichen Auftritt hin. Der bemerkenswerteste Satz des Kommunikationsprofis war, dass man die «Zitrone nicht weiter auspressen» könne. Näheres war über die ominöse «Vorwärtsstrategie» seiner Kontrahenten bislang nicht öffentlich zu erfahren. Im Dunkeln bleibt auch, wer was wann von den Umsturzplänen gewusst hat, wer den Espenblock vorab informierte und wer innerhalb des Aktionariats wann wieder auf den populären Hüppi-Kurs umgeschwenkt ist.
Beim ganzen Desaster am meisten unter die Räder gekommen ist wohl alt SVP-Regierungsrat Stefan Kölliker, der in Interviews präsidial-jovial auftrat, als sei er bereits gewählt, jetzt aber in die Röhre guckt. Über ihn ergiesst sich in den Kommentarspalten derzeit am meisten Häme. Dabei hätte er doch mit Geschäftskompagnon Patrick Thoma nebst dem FC noch andere hochtrabende Sportpläne gehabt, zum Beispiel im Gründenmoos. Allerdings setzte sich Kölliker bereits da in die Nesseln, hatte man doch im Konzept fürs «Magglingen der Ostschweiz» glatt die Rösseler ausgeklammert. Dabei sässe Kölliker eigentlich seit 2024 im Verwaltungsrat des CSIO.
So lässt sich bei der FC- wie bei der Klosterverwaltungspolitik feststellen: Öffentlicher Druck und zivilgesellschaftlicher Protest können noch immer einiges bewirken. Wenn man sich nur zusammenrauft, eigennütziges Altherrentreiben durchschaut und gemeinschaftliche Interessen vor Augen hält.
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