Ein sehr berühmtes Filmzitat lautet: «Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weiss nie, was man bekommt.» Forrest Gump war da grundsätzlich schon an etwas dran. Allerdings steht auf den meisten Pralinenpackungen drauf, was drin ist. Im Grunde kann man also die Packung nach dem Inhalt auswählen – den eigenen Lebensweg nur bedingt. Du magst kein Nougat? Egal! Du bist allergisch? Egal! Hier, friss oder stirb.
Und wäre das Leben eine Schachtel Pralinen, hätte man ja auch die Wahl, welche kleine oder grosse Überraschung man sich zu welchem Zeitpunkt einverleibt. Auch das ist in der Realität selten der Fall, ist diese doch eher eine Verkettung (un)glücklicher Ereignisse. Der Vergleich hinkt also. Im besten Fall ist das Leben einfach eine Schachtel. Vielleicht lebt deren Inhalt, vielleicht nicht. Vielleicht ist eine Katze drin, vielleicht Schokolade, vielleicht aber auch einfach ein dampfender Haufen Scheisse.
Ähnlich verhält es sich mit dem Abstimmungspaket vom Sonntag. Das Potenzial für Scheisse ist relativ gross. So wäre ein Ja zur sogenannten «Nachhaltigkeitsinitiative» ziemlich übel für alle. Ausser für ein paar rechte Kartonkönige, die so privilegiert sind, dass sie sich ihre Pralinen selbst anfertigen lassen können. Unter den haarsträubenden und heuchlerischen Argumenten der SVP findet sich neben dem Umweltschutz auch die Gewalt an Frauen, die natürlich ebenfalls von Ausländern ausgeht.
Dabei – hier noch einmal für alle zum Mitschreiben – ist Gewalt an Frauen ein strukturelles, gesellschaftliches Problem, begründet im Patriarchat und in der Misogynie. Es geht um männliche Privilegien, nicht um Herkunft. Darum heisst es am Sonntag nicht nur Nein stimmen, sondern auch: auf zum feministischen Streik!
Denn wenn es der SVP auch Jahrzehnte nach den ersten offiziellen feministischen Streiks immer noch gelingt, sexistische Politik zu betreiben, Gleichstellungsgesetze zu blockieren und gleichzeitig die Gewalt an Frauen für ihre nationalistische Agenda zu nutzen, dann braucht es weiterhin ohrenbetäubende Proteste – so lange, bis endlich Ruhe herrscht im Sexisten-Karton.