Die ungebremste Zuwanderung in die Schweiz hält an. Das stellt auch die Ostschweiz vor Probleme, insbesondere St.Gallen als Grenzkanton. Die nächste Gefahr droht uns nun aus Asien: Die Staatskanzlei verschickte gestern gleich zwei Mitteilungen, wonach einerseits die Asiatische Hornisse (die allerdings via Romandie in die Ostschweiz gekommen sein soll) und andererseits der Japankäfer in unseren Gefilden Einzug halten. Die invasiven Tiere bedrohen einheimische Insektenarten oder zerstören Pflanzen und Grünflächen, worunter auch die Landwirtschaft leidet.
Dass der Klimawandel die Ansiedlung dieser Arten begünstigt, dürfte unbestritten sein. Aber mit dem Klimawandel und wissenschaftlich belegten Fakten dazu ist es ohnehin so eine Sache. SVP-Chef Marcel Dettling sagte vor zwei Jahren in der «NZZ am Sonntag», ihm sei es ohnehin «lieber, wenn es wärmer wird als kälter», und dass der Mensch für den Klimawandel verantwortlich sein soll, sei «eine neue Form der Hexenjagd». Gute Argumente, um geeignete Massnahmen zu bekämpfen. Also lieber zuschauen, wie die Schweiz austrocknet.
Apropos Trockenheit: Anfang Woche kritisierte alt FDP-Nationalrat Peter Weigelt in einem Leserbrief im «St.Galler Tagblatt» die Medien dafür, in ihrer Berichterstattung über Waldbrände in diversen europäischen Ländern fast ausschliesslich auf «Hitze, Trockenheit und den Klimawandel» zu fokussieren. Hitze und Dürre schafften die Voraussetzungen, das Problem seien Monokultur-Wälder, die – im Gegensatz zu Mischwäldern – wie «Brandbeschleuniger» wirkten. Das mag zwar sachlich richtig sein. Dass Monokultur-Wälder auch aus anderen Gründen problematisch sind, ist aber eine Erkenntnis, die schon vor Jahrzehnten gereift ist. Und ganz nebenbei: Es brennen auch Mischwälder. Auch wenn Weigelt schreibt, es gehe nicht darum, den Klimawandel zu relativieren, macht er mit seiner Argumentation genau das – er verschiebt den Fokus der Problematik. «Die Lehren der Zukunft» für unsere Wälder ziehen wir nicht in erster Linie, indem wir Monokultur-Wälder zu Mischwäldern umwandeln. Sondern indem wir alle gemeinsam einen Beitrag dazu leisten, dem Klimawandel, der wesentlich dazu beiträgt, dass unsere Wälder und andere Grünflächen austrocknen und somit der «Brandauslöser» ist, entgegenzuwirken. Ganz unideologisch.
Aber bevor wir damit anfangen, geniessen wir doch das schöne letzte Ferienwochenende. Für den Klimaschutz bleibt dann noch genügend Zeit, nöd wohr. In dem Sinn: happy sunny weekend!