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Bei den Simpsons gab es früher einmal diese Dame, die jedes Mal, wenn sich ein anrüchiger oder sonst wie moralisch verwerflicher Handlungsstrang anbahnte, die Beteiligten ermahnte, doch auch einmal an die Kinder zu denken, und dann wahlweise in Ohnmacht oder Hysterie verfiel. Klar, politisch korrekt sind solch überzeichnete Frauenfiguren nicht unbedingt, aber für political correctness sind die Amis ja längst nicht mehr bekannt. Man sieht es aktuell am Wahlkampf, der nur noch aus gegenseitigen Diffamierungen besteht. Und das Volk fiebert eifrig mit. Nun gut, nächste Woche wissen wir mehr.
Nicht ums Polithandwerk, sondern ganz grundlegend ums Arbeiten mit den Händen gehts im St.Galler Schulunterricht. Wer kann sich nicht an mindestens einen im Unterricht gezimmerten, gebastelten, gehäkelten, gewirkten, geleimten, kartonierten oder gestüpfelten Gegenstand aus der eigenen Kindheit erinnern? In Zeiten der Dienstleistungsgesellschaft, wo viele später einmal ausschliesslich hinter einem Computer arbeiten, hat der Handarbeits- und Werkunterricht eine immense Bedeutung für die kreative Kindesentwicklung. Zusätzlich dazu bieten die Schulen freiwillige Kurse in diesen Bereichen an, die sich vor allem auch an Kinder aus einkommensschwächeren Familien richten. Denk doch einer mal an die Einkommensschwächeren!
Jetzt aber wieder runter mit dem moralischen Zeigefinger, weil den brauchen wir, um auf den St.Galler Stadtrat zu zeigen. Dieser nimmt nach einem ersten Versuch 2020 erneut Anlauf, um einen Teil dieses Freiwilligenangebots zu streichen und Geld zu sparen. 2020 gab es eine Unterschriftensammlung, die das Stadtparlament dazu bewog, den Posten wieder ins Budget aufzunehmen. Und auch heute, wo der Stadtrat den Kurs «Kunst und Handwerk» wegrationalisieren will, haben Lehrpersonen wieder eine Petition lanciert. Zum Unterschreiben bitte hier entlang.
Moralisiert und auf andere gezeigt wird dieser Tage ja eigentlich genug, darum benutzen wir den Zeigefinger vielleicht doch besser wieder dafür, wozu ihn uns die Evolution einst hat angedeihen lassen: zum bedröppelten Nasenbohren. Zum Beispiel wenn nächste Woche wieder der blondorange toupierte Demagoge und Totengräber der Demokratie ins Weisse Haus einzieht. Aber keine Sorge, denn: Wer politisch solchen Stumpfsinn fabriziert, staatliche Institutionen aushöhlt und Chefposten ausschliesslich mit Speichellecker:innen besetzt, hat immerhin keine Zeit, neue Kriege anzuzetteln. So zumindest in der Logik unseres Autobahn- und Atomministers Röstbert Ali.
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Saiten im November: Bauten & Platten
Ein Heft über gemeinnütziges Wohnen und die letzten verbleibenden Vinylshops der Region. Ausserdem: der Rückblick auf den lebhaften Saiten-Kongress, kubanische Filme am Pantalla Latina, die neue Platte von Karl Kave & Durian und ein sympathischer Koloss aus Blech.
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Im Auftrag des Basses
Vor zehn Jahren entstand in St.Gallen das Local Bass Movement, ein Kollektiv von Drum-’n’-Bass-DJs und -Produzenten, die allen Liebhaber:innen des Genres eine Heimat bieten wollten. Dieses Wochenende wird der runde Geburtstag mit einer Party gefeiert.
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St.Gallen hat ein Kulturhaus
Am Donnerstag war die Schlüsselübergabe. Der Projekt- und Proberaum Pool ist in die Oststrasse 25 gezogen und eröffnet dort das Kulturhaus trotz knapper Finanzen. Gesucht sind jetzt Sponsor:innen.
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Pfauengässli: Doch kein Abbruch auf Vorrat
Ende 2023 gab es einen politischen Wirbel um den Abbruch des Hauses Pfauengässli 2 auf dem Platztorareal. Jetzt gibt es gute Nachrichten: Die Wohnbaugenossenschaft St.Gallen hat das Gebäude übernommen – die Mieter:innen können zu bisherigen Bedingungen bis 2028 bleiben.
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Saiten empfiehlt
Red At Night
Empty Seat ist das erste Album, das Alberto Bodei alias Red At Night im Februar 2023 über Indelirium Records veröffentlichte, während er im Oktober und Dezember desselben Jahres zwei weitere Singles herausbrachte: den Mitsing-Song Long Road Ahead und das etwas düsterere Yellow Shoes. Ferris Wheel ist der neue frische Up-Tempo-Song, den der Berliner Songwriter diesen Sommer veröffentlicht hat. Dies als Vorgeschmack auf eine neue EP, die dieser Tage erscheinen soll, wieder auf Vinyl, und wieder über Indelirium Records in Zusammenarbeit mit Ring Of Fire Records. Red At Night tourte zweimal durch Europa und spielten sechzig Shows in zehn Ländern in weniger als eineinhalb Jahren seit der Veröffentlichung des ersten Albums.
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(Info)
1. November, 20:30 Uhr, Lukas Bar St.Gallen
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Apollo goes Indie: Odd Beholder
Indie-Musik begeistert bis heute junge, aber auch ältere Fans, die die Anfänge von ersten Indie-Bands wie den Stone Roses noch miterlebt haben. Damit gibt es ein Publikum, das nach Konzerten dürstet. Angebote sind jedoch rar. Hier möchte das Team des Kulturlokals Apollo in Kreuzlingen ansetzen: Die Konzertreihe «Apollo goes Indie» soll eine Nische bedienen und Leute zusammenbringen, egal wie alt, egal wie fest verwurzelt. Jetzt geht die noch junge Reihe eine RUnde weiter. Odd Beholder passt zum Herbst. Wenn sich das Nass in Bindfäden von den dichten Wolken zur Erde zieht, klingt das nach Synths und gepressten Gitarren, aber auch nach Melancholie und dem Drang, ihr zu entkommen in die wärmende Herbstsonne. Daniela Weinmanns Indie-Projekt lässt sich zwischen New Wave und Elektro-Pop verorten, mal sphärisch und düster, mal leicht und treibend. Gerade tourt sie mit ihrem dritten Album Feel Better, auf dem sie den Tod ihres Vaters verarbeitet. Zum Album hat Weinmann eine visuelle Umsetzung realisiert. Diese inszeniert nicht nur ästhetisch und behutsam die Musik von Odd Beholder, sondern steckt auch voller Überraschungen – das Release-Datum 11. November ist kein Zufall. Vorher macht die Zürcherin aber noch Halt in Kreuzlingen.
Mehr zur Indie-Reihe im Apollo gibts im aktuellen November-Saiten, das jetzt druckfrisch vorliegt.
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(Info)
2. November, 20:30 Uhr, Apollo Kreuzlingen
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Landesverräter
Richard Dindo, der 1976 zusammen mit Niklaus Meienberg die genreprägende Doku-Vorlage (Die Erschiessung des Landesverräters Ernst S.) zum aktuellen Kinofilm veröffentlicht hat, würde sich den Film zwar nie ansehen. So hat er es am Dienstagabend beim Kinok-Talk persönlich gesagt. Was natürlich nicht heisst, dass man sich nicht selbst eine Meinung über die fiktionalisierte Variante von 2024 bilden kann: St.Gallen, 1942. Der junge und etwas naive Ernst Schrämli, in schwierigen Verhältnissen aufgewachsen und wiederholt wegen Landstreicherei mit den Behörden in Konflikt geraten, träumt von einer Karriere als Sänger. In der Hoffnung, diesen Traum in Deutschland zu verwirklichen, lässt er sich von einem Nazi-Geheimagenten manipulieren und verkauft ihm Schweizer Militärinformationen. Als die Sache auffliegt, wird er wegen Landesverrats zum Tod durch Erschiessen verurteilt, obwohl sich die von ihm beschafften Unterlagen bereits während des Verfahrens als unbrauchbar erweisen. Fast fünfzig Jahre nach Richard Dindos bahnbrechendem Dokumentarfilm "Die Erschiessung des Landesverräters Ernst S." nach Niklaus Meienberg hat der Schweizer Filmemacher Martin Krummenacher ("Heimatland") den Stoff als Spielfilm inszeniert. Mit Luna Wedler ("Jakobs Ross"), Stefan Gubser (Schweizer "Tatort") sowie Robert Hunger-Bühler ("Der Zürich Krimi") prominent besetzt, wird die brisante und immer noch aktuelle Geschichte nun auch ein breiteres Publikum erreichen.
Hier gehts zur Saitenbesprechung des Films.
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(Info)
3. November, 19:30 Uhr, Kinok St.Gallen
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Dodo –«live Tour 2024»
Konzert, 02.11.2024, 20 Uhr, Kulturvereinigung Altes Kino Mels, Mels
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Giuseppe Gracias Theaterstück «Die letzte Therapie»
Bühne, 02.11.2024, 20:15 Uhr, Chössi Theater, Lichtensteig
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klanghalt – Abschluss der 4. Serie
Konzert, 02.11.2024, 17 Uhr, Kreuzgang St. Katharinen, St. Gallen
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Hochsaison. Zu Gast in Appenzell Innerrhoden
Ausstellung vom 17.03. bis 03.11.2024, Museum Appenzell, Appenzell
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THEATRIK - Theaterwoche in der Grabenhalle
Bühne, Vorstellungen von 21.10. bis 03.11.2024, Grabenhalle, St. Gallen
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TanzPlan Ost
Bühne, 03.11.2024, 18 Uhr, Bachturnhalle, Schaffhausen
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Josef Felix Müller
Ausstellung vom 17.08. bis 03.11.2024, Die Klause, St. Gallen
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Gesprächsreihe: Charakter - exactitude – ambiguity
Vortrag, 04.11.2024, 19:30 Uhr, Architektur Forum Ostschweiz, St. Gallen
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Wohin geht die deutsche Literatur?
Vortrag, 05.11.2024, 19:30 Uhr, Raum für Literatur, St. Gallen
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Grosser Bücherflohmarkt für einen guten Zweck
Literatur, 07.11.2024, 13 Uhr, OST Ostschweizer Fachhochschule, Bibliothek Campus St.Gallen
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Chaplin - The Kid
Konzert, 08.11.2024, 20:15 Uhr, Kino Roxy, Romanshorn
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Kim de l’Horizon - Dann mach doch Limonade, Bitch
Bühne, Vorstellungen von 07.11. bis 09.11.2024, Kellerbühne St.Gallen, St. Gallen
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Werden. Sein. Vergehen.
Ausstellung, Vorstellungen von 20.09. bis 10.11.2024, museumbickel, Walenstadt
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RM
Ausstellung vom 24.08. bis 10.11.2024, Kunstzone in der Lokremise, St.Gallen
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Karl Uelliger – Mit Wolken gehen möchte ich wandern
Ausstellung, Vorstellungen von 04.09. bis 10.11.2024, open art museum, St. Gallen
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Feuergarten
Diverses, Vorstellungen von 28.09. bis 23.11.2024, Ostschweiz, Ostschweiz
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Experimental Ecology
Ausstellung vom 06.04. bis 24.11.2024, Kunstmuseum SG, St. Gallen
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Upcycling Music - eine interaktive Musikausstellung
Ausstellung vom 01.11. bis 01.12.2024, Naturmuseum Thurgau, Frauenfeld
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Harlis Schweizer Hadjidj und Hans Schweizer "Paris/ Spoken History"
Ausstellung vom 07.11. bis 05.12.2024, AUTO, St. Gallen
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Biedermann und die Brandstifter
Bühne, Vorstellungen von 18.10. bis 05.12.2024, Stadttheater, Konstanz
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Claudia Larcher – Hallucinations
Ausstellung vom 22.10. bis 15.12.2024, Kunstraum Engländerbau, Vaduz
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Thi My Lien Nguyen – Shaping Fluidity
Ausstellung vom 07.09.2024 bis 31.12.2027, Kunstmuseum SG, St. Gallen
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Seitenwagen: Eline Kersten. While the fire burns
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Ilija – Ein Tuch mit zwei Gesichtern
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Werkstattschau mit Dafi Kühne
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Circle of Water. Textilien im Fluss
Ausstellung vom 08.11.2024 bis 21.04.2025, Textilmuseum, St. Gallen
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Die Wochenschau von Saiten erscheint immer freitags. Sie bietet einen Überblick der aktuellsten Texte auf saiten.ch und enthält drei Tipps fürs freudige Wochenende.
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