|
«Nachhaltigkeit» und «Steuerwettbewerb» sind zwei Begriffe, die selten gut harmonieren. Beispiele dafür gibt es zur Genüge – auch im Kanton St.Gallen. So hatte 2021 und 2022 die Finanzkommission des Kantonsrats erfolgreich beantragt, den Steuerfuss um jeweils 5 Prozentpunkte zu senken. Die rechtsbürgerlichen Fraktionen nickten das Ansinnen wenig überraschend ab. Sie argumentierten damals, der Kanton könne sich diese Steuersenkungen «nachhaltig» leisten. Wie nachhaltig das war, zeigt sich jetzt.
Anfang Jahr kündigte die Regierung an, im Ausgaben- und Finanzplan 2026-28 bis zu 150 Millionen Franken einsparen zu wollen. Jetzt doppelt die Finanzkommission des Kantonsrats nach: Sie beantragt, den Kantonshaushalt bis 2028 um 180 Millionen zu entlasten. Dass der Antrag im Kantonsrat durchkommen wird, scheint so gut wie sicher.
Wo die Finanzkommission sparen will, lässt sie offen. Ob aus fehlendem Mut oder (vermutlich) schlicht aus Mangel an Ideen, sei dahingestellt. Die Ausgaben sollen jedenfalls gemäss Mitteilung der Staatskanzlei um diesen Betrag verringert und nicht etwa mit Einnahmen ausgeglichen werden. Für diese verfehlte Steuer- und Finanzpolitik wird also in erster Linie die Bevölkerung bezahlen müssen – durch Abbau von Leistungen. Spätestens hier versagt unsere Emotionsregulation.
Doch damit dürfte es längst nicht ausgestanden sein. Wer zwischen den Zeilen liest, erkennt relativ schnell, dass es den rechtsbürgerlichen Parteien, die sowohl im Kantonsrat als auch in der Finanzkommission eine deutliche Mehrheit stellen, mit dieser Massnahme auch darum geht, mittel- bis langfristig die nächste Steuersenkung durchzudrücken. Zwar heisst es in der Mitteilung, dass auch die Finanzkommission «angesichts der angespannten Finanzlage sowie der geplanten Defizite des Kantons» derzeit Steuersenkungen als nicht angezeigt erachtet. Doch gleich im nächsten Satz folgt der Hinweis, dass sie die Regierung jedoch «mit der Erarbeitung einer Steuerstrategie» beauftragt. Diese soll die strategischen Leitplanken «für künftige steuerliche Anpassungen beinhalten mit dem Ziel, die volkswirtschaftliche Leistungsfähigkeit langfristig zu stärken». Beim Steuermonitoring 2024 belege der Kanton St.Gallen im interkantonalen Vergleich weiterhin die hinteren Ränge. Das heisst im Umkehrschluss nichts anderes, als dass früher oder später weitere Steuersenkungen folgen sollen. Und sie werden bestimmt wieder «nachhaltig» sein.
|
|
|
|
Mitreden beim neuen Doppelbahnhof
Ende 2030 soll der neue Bahnhof Bruggen eröffnet werden. Seine Verschiebung zum Bahnhof Haggen hin soll einen Impuls für die Entwicklung des ganzen Areals setzen. Jetzt kann sich die Bevölkerung im Mitwirkungsverfahren zum Projekt äussern. weiterlesen
|
|
Die Lieblingsband deiner Lieblingsband deiner Lieblingsband
Nicht nur ein fluffiger Meme-Trip, sondern sauwitzig und explizit politisch: das neue Album von Jessica Jurassica und DJ Netlog alias CAPSLOCK SUPERSTAR. weiterlesen
|
|
Argumente für das Kulturquartier
Auf dem Güterbahnhofareal gehört ein neues Stück Stadt hin. Nach dem Nein zum Autobahnausbau sind die Brems- und Stopptafeln weg: Bahn frei für ein neues Quartier, mit Wohnen, mit Beizen und mit Kultur. Wir stellen eine Behauptung auf. Und fragen nach. weiterlesen
|
|
Schurkenherrschaft
Verdis Macbeth erzählt von Macht und Krieg und Männergewalt. Am Theater St.Gallen inszeniert Krystian Lada mit fantastischen Solist:innen den Stoff bildstark. Trump, Musk, Putin & Co. und ihren Claqueuren könnten die Augen aufgehen. weiterlesen
|
|
|
Saiten empfiehlt
Atiéna R. Kilfa: Wonder Lust
Atiéna R. Kilfa beschäftigt sich mit filmischen Archetypen und der komplizierten Konstruktion von Bildern im Film – ein Apparat, den sie zu enträtseln sucht. Durch den Einsatz von Video, Fotografie, Skulptur und Installation reflektiert ihr Werk verschiedene Traditionen und Techniken der Produktion und Postproduktion. In der Ausstellung «Wonder Lust» wird eine neue, grossformatige Arbeit zu sehen sein, die die Künstlerin speziell für die Lokremise schaffen wird.
Zur Veranstaltung
|
|
|
(Info)
7. Februar, 18:30 Uhr (Vernissage), bis 6. Juli, Lokremise St.Gallen
|
|
|
|
|
|
|
Bundesordner 2024 – Ein satirischer Jahresrückblick
Das Jahr 2024 erhitzt Gemüter, bringt Kommentarspalten zum Glühen und lässt niemanden kalt – ausser den Böögg. Der könnte sich ein Vorbild an den Wäldern nehmen: Die brennen zuverlässig. Während Nemo mit einem Popsong über Nonbinarität für die Schweiz «douze points» holt, punktet in Europa der aggressive Rechtspop(ulismus). Und kaum werden die Rentner:innen mit einem 13. Monatslohn belohnt, verklagen die Klimaseniorinnen das Land. Atomkraftwerke sind plötzlich wieder der heisse Scheiss und die grauenhaften Kriegsherde bringen die Neutralität weiterhin ins Schwitzen. Aber Rettung naht: Auf dem Bürgenstock wird ein Friedensgipfel gebacken. Doch entsteht dabei mehr als heisse Luft? Es wird höchste Zeit, dem geballten Wahnsinn mit kühlem Kopf zu begegnen. Einmal mehr schauen die Kabarettist:innen, Liedermacher und Wortakrobat:innen der Bundesordner-Crew satirisch zurück aufs Jahr 2024.
Zur Veranstaltung
|
|
|
(Info)
7. Februar, 20 Uhr,
Casinotheater Winterthur
Weitere Vorstellungen: 8., 9., 12., 13., 14., 15. und 16. Februar
|
|
|
|
|
|
|
Garcia85
Garcia85 ist leidenschaftlicher Autor, Komponist und Sänger. Er stammt aus der Demokratischen Republik Kongo und lebt seit zwölf Jahren in der Schweiz, seit Neustem sogar in der Ostschweiz. Seine Musik zeichnet sich durch verschiedene Stilrichtungen wie Rumba, Afro-Pop, Roots Reggae, Salsa oder Afro-Percussion, die Sprachenvielfalt seiner Titel und die Liebe zur Poesie aus. Garcia85 findet eine interessante musikalische Balance zwischen traditionellen und modernen Musikinstrumenten. Der Künstler sieht sich als Botschafter, welcher verschiedene Kulturen und Gemeinschaften friedvoll vereinigen möchte. Die Musik dient ihm als Sprachrohr für diese Botschaften und seine Texte handeln von Liebe, Frieden und Lebensfreude. An diesem Abend wird der Künstler von seiner Band aus Paris begleitet und stellt exklusiv seine brandneusten Songs vor.
Zur Veranstaltung
|
|
|
(Info)
8. Februar, 20 Uhr,
Grabenhalle St.Gallen
|
|
|
|
|
|
|
|
Anzeigen
«Ich-Ausplauderungen» von Nelly Bütikofer
Bühne, 08.02.2025, 20 Uhr, Rösslisaal, Trogen
mehr
|
|
Šuma Čovjek – «Ringišpil Tour 2025»
Konzert, 08.02.2025, 20:15 Uhr, Kulturvereinigung Altes Kino Mels, Mels
mehr
|
|
Otomo Yoshihide New Jazz Quintet (JP)
Konzert, 09.02.2025, 19 Uhr, Perronnord, St. Gallen
mehr
|
|
No shame in hope (eine Jogginghose ist ja kein Schicksal)
Bühne, Vorstellungen von 17.01. bis 13.02.2025, Stadttheater Konstanz, Konstanz
mehr
|
|
|
|
|
Time Structures, Networks and Landscapes
Konzert, 14.02.2025, 20 Uhr, Tonhalle St.Gallen, Foyer, St.Gallen
mehr
|
|
Ilija – Ein Tuch mit zwei Gesichtern
Ausstellung, Vorstellungen von 04.09.2024 bis 23.02.2025, open art museum, St. Gallen
mehr
|
|
Eiszeit
Ausstellung vom 12.10.2024 bis 23.02.2025, Naturmuseum St.Gallen, St. Gallen
mehr
|
|
Dokustation Heimspiel 2024
Dokustation, 13.12.24 bis 2.3.24, 24/7, AUTO (Visarte Ost), St. Gallen
mehr
|
|
|
|
|
Heimspiel 2024
Ausstellung vom 14.12.2024 bis 02.03.2025, Diverse Orte, Ostschweiz
mehr
|
|
Aus der Sammlung der Kulturstiftung FL: Linie – Strich – Struktur
Ausstellung vom 28.01. bis 09.03.2025, Kunstraum Engländerbau, Vaduz
mehr
|
|
Anne Marie Jehle – Jeder Spiesser ein Diktator
Ausstellung bis 09.03.2025, Kunstmuseum, St. Gallen
mehr
|
|
Werkstattschau mit Dafi Kühne
Ausstellung vom 20.09.2024 bis 16.03.2025, Gewerbemuseum Winterthur, Winterthur
mehr
|
|
|
|
|
Franziska Moltenbrey: Insectum – einschneidende Ereignisse
Ausstellung vom 30.11.2024 bis 23.03.2025, Naturmuseum Thurgau, Frauenfeld
mehr
|
|
Kunst ist eine schwarze Piste
Ausstellung vom 01.02. bis 31.03.2025, Grauer Himmel, St. Gallen
mehr
|
|
Mein Garten
Ausstellung vom 28.04.2024 bis 06.04.2025, Kunst(Zeug)Haus, Rapperswil-Jona
mehr
|
|
Circle of Water. Textilien im Fluss
Ausstellung vom 08.11.2024 bis 21.04.2025, Textilmuseum, St. Gallen
mehr
|
|
|
|
|
Lighten Up! Im Rhythmus von Tag und Nacht
Ausstellung vom 21.11.2024 bis 11.05.2025, Gewerbemuseum, Winterthur
mehr
|
|
Atiéna R. Kilfa – Wonder Lust
Ausstellung, Vorstellungen von 07.02. bis 06.07.2025, Kunstzone in der Lokremise, St.Gallen
mehr
|
|
Wald. Pöschelibock, Waldteufel und Laubsack
Ausstellung vom 30.11.2024 bis 07.09.2025, Museum Appenzell, Appenzell
mehr
|
|
Hauptsache gesund – Eine Ausstellung mit Nebenwirkungen
Ausstellung vom 10.11.2024 bis 26.10.2025, Stapferhaus Lenzburg, Lenzburg
mehr
|
|
|
|
|
|
Impressum
Die Wochenschau von Saiten erscheint immer freitags. Sie bietet einen Überblick der aktuellsten Texte auf saiten.ch und enthält drei Tipps fürs freudige Wochenende.
|
|
|
(Impressum)
Kulturmagazin Saiten
Gutenbergstrasse 2
Postfach 2246
9001 St.Gallen
redaktion@saiten.ch
|
|
|
Saiten unterstützen
Saiten steht seit über 25 Jahren für kritischen und unabhängigen Journalismus – unterstütze uns dabei.
|
|
|
(Saiten unterstützen)
Spenden auf das Postkonto
IBAN: CH87 0900 0000 9016 8856 1
Herzlichen Dank!
|
|
|
|