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Es ist ein faszinierendes Schauspiel, das jeden Herbst von neuem aufgeführt wird: «Prämienschock». Die Handlung ist eigentlich immer dieselbe, das Ende von Anfang an bekannt. Und doch schauen Millionen von Menschen Jahr für Jahr gleichermassen fasziniert wie desillusioniert (oder schlicht angewidert) zu, wenn Politiker:innen und sogenannte Expert:innen aus dem Gesundheitswesen in einen Ärztekittel schlüpfen und tollpatschig versuchen, ein seit Jahrzehnten krankes System zu heilen. Sie sezieren Versicherungsmodelle, Tarife und Kostentreiber, bespritzen sich mit Blut, bespucken sich mit Galle und kaschieren elegant, dass sie eigentlich keinen blassen Schimmer haben, was man mit dem dahinsiechenden Patienten tun soll. Die Idee von Dr. Esther Friedli, die Erhöhung der Mindestfranchise als Heilmittel anzuwenden, haben sowohl Abteilungsleiter Ständ Erat-Los als auch das Direktorium abgenickt. Fertig mit Blutspenden, jetzt sollen die sozial Schwächeren selber bluten, wenn sie oft ärztliche Betreuung brauchen. Ganz nach Dr. Win: Survival of the richest.
Es ist ein Stück Realsatire, quasi in 4D. Denn es verursacht bei vielen Zuschauer:innen Schmerzen im Bauch (weil im Portemonnaie), diesen Herbst insbesondere jenen in den Kantonen Genf, Jura und Tessin. Sie bekommen dieses Jahr den Prämienschock am stärksten zu spüren, aber nur jene mit den günstigsten Prämien. Vermutlich kommt irgendwann im «Prämienschock» jemand auf die Idee, die Menschen zwangsumzusiedeln. Man wohnt ohnehin längst nicht mehr dort, wo man arbeitet, also tut man es am besten dort, wo der Prämienanstieg am tiefsten ist. Das wäre sicher auch im Sinn von Ölbert Rösti. Dessen Tragödie «Die Schweiz, ein Land der Autobahnen» steht schon in den Startlöchern. Je mehr Menschen darin quer durchs Land herumkurven, desto besser. Und irgendwie muss der viele neue Strassenbeton von Ost nach West und von Nord nach Süd schliesslich belebt werden. Als Kulturmagazin (bald mit neuem Kulturnewsletter!) werden wir auch diesem Stück die nötige Aufmerksamkeit schenken.
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Künstlerische Auseinandersetzung mit Überwachung
In seiner Ausstellung «Surveillance» verhandelt Constantin Vilsmeier kritisch die systematische Überwachung unserer Gesellschaft. Sie löst Unbehagen aus und regt zum Nachdenken an. von Vera Zatti
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Zu teuer für eine Zwischenlösung
In St.Fiden sollte ein neues Kulturhaus entstehen, doch der Stadtrat hat das Projekt abgesägt, ohne es ins Parlament zu schicken. Stadtpräsidentin Maria Pappa nimmt Stellung zum Entscheid.
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Mitwirkung ohne Wirkung
Ganze 115 Seiten dick ist der Mitwirkungsbericht zum «Zubringer Güterbahnhof» in St.Gallen. Lob für das milliardenteure Strassenbauprojekt wird darin dankend entgegengenommen, kritische Einwände und Verbesserungsvorschläge finden kaum Gehör.
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Von Leben und Tod
Nach drei EPs in drei Jahren hat Dionys Müller alias Worries And Other Plants nun sein erstes Album veröffentlicht. Travel In Cycles ist ein sehr persönliches Werk. Der Rheintaler singt darauf von Hoffnungslosigkeit, Liebe und dem Tod seiner Grossmutter.
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Saiten empfiehlt
Gary Victor
Gary Victor gehört zu den populärsten Gegenwartsautoren Haitis. Sein schonungsloser Blick auf die dortige Gesellschaft macht ihn auch zu einem der subversivsten Autoren seines Landes. Auf Einladung von AfriKaribik liest Gary Victor in der Buchhandlung Comedia aus seinem neuen Buch Eine Violine für Adrien. Die Veranstaltung ist moderiert und die Lesung wird übersetzt. Der Eintritt ist frei.
Hier geht es zur Besprechung im aktuellen Heft.
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(Info)
4. Oktober, 20 Uhr,
Buchhandlung Comedia St.Gallen
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Carpet
Harte Gitarren, proggige Riffs, vertrackte Rhythmen, zarte Melodien, ausgetüfteltes Songwriting und jazzige Lässigkeit: BEi der Augsburger Band Carpet ist es in etwa so, als hätten sich Motorpsycho, Jaga Jazzist, The Notwist und die Beatles im Studio getroffen, um gemeinsam zu musizieren. Heute gastieren Carpet im Kreuzlinger Horstklub, im Gepäck ihre neue Platte Collision, die im März erschienen ist.
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(Info)
4. Oktober, 22:30 Uhr,
Horstklub Kreuzlingen
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Yalla – Arabisch-jüdische Beziehungen
Die Geschichte arabisch-jüdischer Lebenswelten ist eine lange Beziehungsgeschichte – mal romantisiert, mal vergessen, verdrängt oder dämonisiert. Die Ausstellung «Yalla – Arabisch-jüdische Beziehungen» im Jüdischen Museum Hohenems, die am vergangengen Wochenende eröffnet wurde, zeigt Kunstwerke jüdischer Künstler:innen mit arabischen Wurzeln im Kontext arabisch-jüdischer Identität und zeichnet über historische Schlüsselmomente ein Bild fruchtvoller wie spannungsgeladener Berührungen.
Hier geht es zur Saiten-Vorschau.
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(Info)
bis 24. August 2025,
Jüdisches Museum Hohenems
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Klanghalt 102
Konzert, 05.10.2024, 17 Uhr, Kreuzgang St. Katharinen, St. Gallen
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Vom Portrait zum Selfie – Eine Geschichte der Selbstdarstellung
Ausstellung vom 27.04. bis 06.10.2024, Museum Prestegg, Altstätten
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Andreas Wilhelm: Essenzen riechen
Ausstellung vom 22.06. bis 06.10.2024, Zeughaus, Teufen
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"Triennale 2024 – Strömungskräfte" ─ Visarte Liechtenstein
Ausstellung vom 25.08. bis 06.10.2024, Kunstraum Engländerbau, Vaduz
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All You CanNOT Eat. Fake Food auf Stoff
Ausstellung vom 12.04. bis 13.10.2024, Textilmuseum, St. Gallen
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Strassentaube - verehrt und verpönt
Ausstellung vom 21.03. bis 20.10.2024, Naturmuseum Thurgau, Frauenfeld
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Maarten Baas - New Times
Ausstellung vom 07.06. bis 27.10.2024, Gewerbemuseum Winterthur, Winterthur
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Florian Germann "Nachtklub für Nachtfalter"
Ausstellung vom 03.10. bis 31.10.2024, AUTO, St. Gallen
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Im Menschen muss alles herrlich sein
Bühne, Vorstellungen von 27.09. bis 31.10.2024, Stadttheater, Konstanz
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Hochsaison. Zu Gast in Appenzell Innerrhoden
Ausstellung vom 17.03. bis 03.11.2024, Museum Appenzell, Appenzell
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Josef Felix Müller
Ausstellung vom 17.08. bis 03.11.2024, Die Klause, St. Gallen
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RM
Ausstellung vom 24.08. bis 10.11.2024, Kunstzone in der Lokremise, St.Gallen
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Werden. Sein. Vergehen.
Ausstellung, Vorstellungen von 20.09. bis 10.11.2024, museumbickel, Walenstadt
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Experimental Ecology
Ausstellung vom 06.04. bis 24.11.2024, Kunstmuseum SG, St. Gallen
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Thi My Lien Nguyen – Shaping Fluidity
Ausstellung vom 07.09.2024 bis 31.12.2027, Kunstmuseum SG, St. Gallen
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Ilija – Ein Tuch mit zwei Gesichtern
Ausstellung, Vorstellungen von 04.09.2024 bis 23.02.2025, open art museum, St. Gallen
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Werkstattschau mit Dafi Kühne
Ausstellung vom 20.09.2024 bis 16.03.2025, Gewerbemuseum Winterthur, Winterthur
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Mein Garten
Ausstellung vom 28.04.2024 bis 06.04.2025, Kunst(Zeug)Haus, Rapperswil-Jona
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Die Wochenschau von Saiten erscheint immer freitags. Sie bietet einen Überblick der aktuellsten Texte auf saiten.ch und enthält drei Tipps fürs freudige Wochenende.
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